Großglockner Hochalpenstraßen Schneeräumung – ein Rückblick

Schneeräumung Großglockner Hochalpenstraße

Schneeräumung Großglockner Hochalpenstraße 2013 – Tag 15 der Schneeräumungsarbeiten – links oben die Edelweißspitze, die Wallack-Rotationsfräse räumt gerade die Edelweißstraße (Bild: Peter Embacher, GROHAG)

Die Schneeräumung spielt eine entscheidende Rolle bei der Länge der Periode der Öffnungszeit der Großglockner Hochalpenstraße. Schon ihr Erbauer, Hofrat Franz Wallack, hatte bei seiner Planung des Straßenverlaufs berücksichtigt, an welchen Stellen der Schnee im Frühling schnell schmolz. Schließlich sollte ja die Straße bald für den Verkehr zur Verfügung stehen.

Schneeräumung   Großglockner Hochalpenstraße

Schneeräumung in den ersten Jahren der Großglockner Hochalpenstraße (Bildquelle: Archiv Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Schneeschaufler von einst

In den Jahren 1936 und 1937 schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250 000 m³ Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Manchmal schien der Kampf gegen die Meter hohen Schneewände (acht bis zehn Meter waren und sind immer noch durchaus üblich) aussichtslos: Schwielen an den Händen, Schneeblindheit oder starke Sonnenbrände setzten den Männern zu. Manchmal verschärft durch starke Winde und unglaublichen Schneeverfrachtungen – 30 Meter hohe Schneeverwehungen machten die Anstrengungen von Tagen, ja manchmal von Wochen wieder zunichte.

Wallack Rotationspflüge

Franz Wallack erkannte schon bald die Vorteile mechanisierter Schneeräumung und konstruierte ein Arbeitsgerät, eine Kombination aus Schneefräse und Pflug. Seit 1953 räumen jedes Jahr im April diese Rotationspflüge – System Wallack – und zwölf Arbeiter der GROHAG in zirka 14 bis 21 Tagen die 600 000 m³ bis 800 000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen.

Diese gewaltigen Maschinen, die je drei Dieselmotoren aufweisen, schleudern jeweils 9 000 Kubikmeter Schnee pro Stunde weg. Dabei sich die „Ander“, „Oskar“ oder der „Eisbändiger“ Schicht um Schicht von der Schneeoberfläche bis zur Fahrbahndecke hinunter. Mitunter braucht es bis zu zehn Fahrten, um den Schnee zu beseitigen. Ortskundige Helfer signalisieren den Rotationspflug-Fahrern den anfangs ja nicht sichtbaren Fahrbahnverlauf.

 Wallack-Rotationspflüge

einer der ersten Wallack-Rotationspflüge (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Der Einsatz dieser weltweit patentierten Wallack-Rotationspflüge verlängerte die Öffnungszeiten der Glocknerstraße erheblich. Waren es 1937 nur 132 Tage, konnte man 1963 sogar an 276 Tage die Glocknerstraße besuchen.

Seit Mitte der 1990er Jahre übernehmen Pistenraupen das Abtragen der lockeren oberen Schneeschicht, die bis dahin immer noch händisch abgetragen werden musste.

Mit 800 000 Kubikmeter Schnee, was einem Eisenbahnlastzug von 250 km Länge entspräche, hält das Frühjahr 1975 den Rekord. In diesem Jahr gab es „Schneeschluchten“ von 21 Metern (Niveau Schneedecke-Obergrenze zu Straßenbelag).

In jüngster Zeit orientieren sich die Öffnungszeiten nicht mehr allein an den klimatischen Gegebenheiten, sondern auch an wirtschaftlichen Erwägungen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist die Großglockner Hochalpenstraße üblicherweise geöffnet.

2011 wurden die Schneeräumungsarbeiten mit den fünf Wallack-Rotations-Schneefräse, die von zwölf Mitarbeitern bedient wurden, in der Rekordzeit von acht Tagen bewältigt. Mit 21. April 2011 ging dann die Straße wieder in Betrieb, so früh wie seit 75 Jahren nicht mehr (es war der Gründonnerstag 2011). 2013 wurde die Straße in 14 Tagen vom Schnee befreit, 2014 dauerte es etwas länger, nämlich 19 Tage. Für 2015 rechnen die Schneeräum-Spezialisten mit etwa 14 Tage Räumzeit. Ich werde Sie hier in meinem Blog auf dem Laufenden halten.

einspurig und zwischen Meter hohen Schneewänden: in den Anfängen der Straße war das jedes Frühjahr so (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

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