Unglücke während des Baus der Straße

Großglockner Hochalpenstraße

Gedenkzeichen beim Fuscher Törl

Gedenkzeichen beim Fuscher TörlLeider geschahen während der fünfjährigen Bauzeit Unglücke, die auch Menschenleben forderten. Als Erinnerung an diese Menschen wurde dann das Gedenkzeichen beim Fuscher Törl erbaut. Nachstehend werde ich von diesen Ereignissen berichten und beginne mit dem ersten Toten im Jahr 1930.

1930: Der erste Tote der Bauarbeiten

Während man im Tal am 6. August 1930 mit den Bauarbeiten begonnen hatte, waren im Gebiet zwischen Fuscher Törl und Hochtor noch bis in den Spätherbst Vermessungstrupps unterwegs, um den exakten Verlauf der Straße Meter für Meter anhand von Untergrund und Gestein festzulegen. Dabei gab es leider den ersten Toten. Eine Abteilung, die photogrammetrische Aufnahmen durchführte, wurden mehrere Tage durch anhaltenden Schneefall in ihren Zelten festgehalten. Am 25. Oktober kämpfte sich die Gruppe durch tiefen Schnee ins Tal hinunter und ließen die komplette Ausrüstung am Berg zurück.

Eine Träger-Kolonne startete tags darauf wieder auf den Berg, um die Ausrüstung zu bergen. Kaum war sie im Lager angekommen, brach erneut ein Schneesturm los. Obwohl es schon 17 Uhr war und es bald zu dunkeln begann, brachen die Leute wieder Richtung Tal auf. Mit viel Kraft und Mühe fanden sie zum Fuscher Törl, wo sie den verhängnisvollen Fehler begingen, sich in zwei Gruppen zu teilen. Ein Mann erlitt kurz nach der Trennung einen Herzschlag und starb, wie sich später herausstellte, war er herzkrank gewesen. Seine drei Begleiter bemühten sich, ihn talwärts zu tragen, mussten ihn aber dann erschöpft am Berg zurücklassen. Im Übergang vom Oberen zum Unteren Naßfeld konnten auch sie im Schneesturm nicht mehr weiter.

Von der anderen Gruppe alarmiert, brach noch in der Nacht um 1 Uhr ein Rettungstrupp mit Sturmlaternen auf, um diese drei Männer in Sicherheit zu bringen.

1931: Es brennt!

Mitten in der Nacht vom 25. auf 26. November 1931 läuteten die Glocken in Heiligenblut Feueralarm. In Richtung des Baulagers am Palik sah man einen riesigen Feuerschein.  Bis die Hilfsmannschaften am Brandherd eintrafen, war eine Unterkunftsbaracke, in der das Feuer durch Überheizung des Ofens ausgebrochen war, bereits abgebrannt. Das Feuer hatte mittlerweile auf eine Magazinbaracke übergegriffen, doch mangels Löschwasser brannte auch diese nieder.

Eine Lawine im Juni 1962 zwischen Glocknerhaus und Guttal: Lawinen im Hochgebirge können jederzeit abgehen

1935: Es gab die meisten Todesopfer

Die Straße stand kurz vor ihrer Vollendung. Als die Arbeiten bereits am 1. April 1935 beim Hochtor-Tunnel wieder aufgenommen werden konnten, musste zunächst die Dieselanlage samt Transformatorenstation unterhalb des Hochtors erneuert werden. Im Winter hatte eine Lawine das Gebäude zerstört, in dem sich beide Anlagen befanden. Dabei fand ein Mann den Tod. Denn trotz hochalpinen Winter waren stets ein paar Personen in den Lagern anwesend gewesen.

Und noch einmal schlug der Weiße Tod im Hochgebirge grausam zu. Völlig unerwartet überraschte am 25. Mai auf der Südrampe eine Lawine eine dort tätige Arbeiterkolonne. Sie war mit der Freilegung der Straße zwischen dem Guttal und dem Glocknerhaus vom Winterschnee beschäftigt gewesen. Beim Fensterbach (~ 2 100 m ü. A.) hatte sich vom Südhang des Wasserradkopfes (3 032 m ü. A.) eine mächtige Lawine gelöst, die fünf Arbeiter unter sich begrub.  Der Schnee der Grundlawine war so schwer, dass die Leichen erst einige Tage später geborgen werden konnten. Am Heiligenbluter Friedhof fand eine tief erschütternde Trauerstunde beim Begräbnis dieser fünf Männer statt.

Räumung der Lawine im Juni 1962 auf der Gletscherstraße

Beim Bau der Großglockner Hochalpenstraße gaben ihr Leben

Johann Zingele † 25.10.1930
Matthias Neureiter † 7.5.1931
Christian Oberpaarleitner † 14.5.1931
Ing. Ernst Rott † 27.2.1932
Franz Moser † 9.9.1934
Nikolaus Asslaber † 25.5.1935
Nikolaus Wallner † 25.5.1935
Anton Ruppitsch † 25.5.1935
Anton Mair † 25.5.1935
Dominik Asslaber † 25.5.1935
Jakob Kröll † 23.6.1935
Josef Haselgruber † 7.7.1935
Peter Bernsteiner † 9.6.1953
Walter Luckner † 4.11.1956
Bruno Maschessnig † 17.10.1968
Stefan Granig † 27.9.1971
Alois Moser † 27.11.1973
Johann Seibald † 12.4.1974
Peter Rupitsch † 31.3.1977
Josef Larcher † 28.10.1935
Georg Pichler † 23.2.1991

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