Der Bausommer 1931 an der Südrampe

Großglockner Hochalpenstraße Heiligenblut

Arbeiten oberhalb von Heiligenblut (Bildquelle: Archiv Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Eine Übersicht, was im Jahr 1931 insgesamt rund um die Großglockner Hochalpenstraße geschah, können Sie unter diesem Link nachlesen. Hier finden Sie Details zu den Arbeiten auf Kärntner Seite von Heiligenblut hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Die Arbeiten an der Südrampe

Eine Woche später als an der Nordrampe begannen in den ersten Maitagen die Arbeiten an der Südrampe an den Baulosen 4 und 5 von Heiligenblut zum Schobereck. Baulos 6 vom Schobereck zum Glocknerhaus konnte erst in der letzten Maiwoche in Angriff genommen werden. Das Baulos 7 vom Glocknerhaus hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe nahm seine Arbeiten in den ersten Junitagen auf.  Zwar hätte man die Arbeiten am untersten Baulos von Heiligenblut schon einen Monat früher aufnehmen können, aber Wallack musste dem dort ausführenden Bauunternehmen aufgrund verschiedener Vorkommnisse den Bauauftrag entziehen und in Verhandlungen mit den übrig gebliebenen Unternehmen neu vergeben.

Zahlreiche Wasserläufe mussten gefasst und kanalisiert werden und oberhalb der Fleißkehre spürte man den Bausteinmangel empfindlich. Die Baracken für das Baulager am Kasereck wurden zerlegt von der alten Glocknehausstraße bei der Breidlerhütte mit Tragtieren transportiert.

Unterbrochen wurde die Arbeiten bis zum Glocknerhaus immer wieder durch Autokolonnen. Denn die alte Glocknerhausstraße war nur einspurig befahrbar und alle halben Stunden wurde die Richtung gewechselt (bergwärts – talwärts).

ein Generator im Bereich Glocknerhaus an der Südrampe, beim Bau der Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (rechts im Hintergrund)

In zwei Baulagern, eines im Bereich des Glocknerhauses und eines knapp unterhalb der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe beherbergte 400 Arbeiter. Verbunden waren die beiden Baulager mit einer Materialseilbahn. Für den Antrieb der Seilbahn wurde Energie in einem eigens errichteten Hilfskraftwerk am Pfandlschartenbach gewonnen.

Die letzten 200 Meter vor dem geplanten Umkehrparkplatz auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (das heutige Parkhaus entstand erst Anfang der 1960er Jahre) konnten im Sommer 1931 nicht mehr in Angriff genommen werden – eine Felswand. Ansonsten war die Südrampe in jenem Sommer fast fertig gestellt worden.

Bis fast Ende Oktober konnte im obersten Baulos gearbeitet werden, ein schwerer Wettersturz mit starken Schneefällen Ende November ließ dann aber auch in den unteren Baulosen die Arbeit ruhen.

Was war an der Südrampe in diesem Jahr erreicht worden?

Das Baulos 4 von Heiligenblut bis zur Fleißkehre war zu 64 Prozent fertiggestellt worden.
Das Baulos 5 vom Kasereck zum Schobereck war zu 80 Prozent fertiggestellt worden.
Die Baulose 6 und 7 vom Schobereck zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe war zu 60 Prozent fertiggestellt worden.

1931 waren an der Südrampe 1 042 Arbeiter beschäftigt gewesen.

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