Was geschah 1931 an der Großglockner Hochalpenstraße

Bau Großglockner Hochalpenstraße

„Glocknerbaraber“, wie sie genannt wurden, an der Großglockner Hochalpenstraße (Bildquelle: Archiv Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Der Winter 1930/31 brachte wie üblich viel Schnee in der Glocknerregion. Gegen das Frühjahr hin gingen an verschiedenen Stellen schwere Grundlawinen ab und an höher gelegenen Stellen zerstörten Schneebretter mehrere Unterkunftsbaracken im Baulager Piffalm in der Nähe des Hochmais.  Franz Wallack geriet bei seinen ersten Erkundungstouren im Frühjahr einmal fast unter die Kufen eines schwer mit Steinen beladenen, schnell talwärts fahrenden Pferdeschlitten und ein anderes Mal konnte er mit knapper Not einen Straßentunnel erreichen, bevor eine schwere Grundlawinen vorbei donnerte.

Gründung der Großglockner Hochalpenstraßen AG

Am 19. Februar 1931 konstituierte sich die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GroHAG). Das bis dahin die Agenden ausführenden Proponentenkomitee wurde aufgelöst. Präsident der Aktiengesellschaft wurde Bundesminister a. D. Ferdinand Grimm. Er blieb in dieser Position bis zur Entscheidung der Variantenfrage im Jahr 1933.

Die ungelöste Frage der alte Glocknerhausstraße

Auf Kärntner Seite gab seit 1908 eine mautpflichtige Straße, die von Heiligenblut hinauf zum Glocknerhaus am (damaligen) unteren Rand der Pasterze führte. Sie gehörte der Sektion Klagenfurt des Deutschen Alpen-Vereins. Zwar hatte der Verein die Vorarbeiten im Herbst 1930 genehmigt, machte nun aber weitere Arbeiten davon abhängig, dass vorher die Frage einer Ablösung der Straße geklärt wird.

Der Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl war der Meinung, dass dem Alpenverein keine Entschädigung zustünde. Wallack hingegen vertrat den Standpunkt, dass der Alpenverein eine Entschädigung erhalte sollte.

Alte Glocknerhausstraße

Foto-Postkarte: Alte Glocknerstraße bei der Schönwand Kunstverlag W. Hofmann Lienz, 1908 Fotodruck auf Papier Salzburg Museum, Inv.-Nr. 19815 (Quelle Salzburg Museum, dort zum download freigegeben)

Nach unzähligen Verhandlungsrunden unterbreitete das Finanzministerium dem Alpenverein ein Angebot über eine bestimmte Summe. Im Fall, dass der Alpenverein diese ablehne, würde ein Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Der vom Finanzministerium am 6. Mai 1931 aufsetzte Vertrag wurde dann aber am 21. Mai in der Vollversammlung der Sektion Klagenfurt angenommen.  Die GroHAG musste eine Abfindungssumme von 50.000 Schilling sofort bezahlen und weitere 140.000 Schilling mussten gleichzeitig bei einer Bank zu Gunsten der Sektion hinterlegt werden. Über letzteren Betrag konnte die Sektion aber erst nach der Fertigstellung der Großglockner Hochalpenstraße bis zum Glocknerhaus verfügen.

Der Bausommer an der Nordrampe …hier geht es zu Details
Der Bausommer an der Südrampe …hier geht es zu Details

Der Bausommer 1931 im Überblick

Die Nordrampe war zu 87,3 Prozent bis zu jenem Punkt fertiggestellt, wo sich die Streckenführungen des Variantenstreits trennten.
Die Südrampe war zu 69,2 Prozent fertiggestellt.

Die im Sommer 1932 fertig zu stellenden Abschnitte ließen bereits eine Eröffnung bis zum Hochmais und auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe noch im selben Sommer 1932 zu.

Es brennt!

Mitten in der Nacht vom 25. auf 26. November 1931 läuteten die Glocken in Heiligenblut Feueralarm. In Richtung des Baulagers am Palik sah man einen riesigen Feuerschein.  Bis die Hilfsmannschaften am Brandherd eintrafen, war eine Unterkunftsbaracke, in der das Feuer durch Überheizung des Ofens ausgebrochen war, bereits abgebrannt. Das Feuer hatte mittlerweile auf eine Magazinbaracke übergegriffen, doch mangels Löschwasser brannte auch diese nieder.

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