VW-Käfer, Professor Ferdinand Porsche und Großglockner Hochalpenstraße

Großglockner Hochalpenstraße 125 Jahre Automobilismus

„125 Jahre Automobilismus“, Schwerpunktthema 2015 im Jubiläumsjahr: „VW-Käfer, Professor Ferdinand Porsche und Großglockner Hochalpenstraße“ ein historischer Mexico-Käfer, ein Austro Daimler (Bj. 1918) von Ernst Piëch seinem fahr(T)raum Museum Mattsee (Bild: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

… mit diesem Schwerpunkt startet 2015 die höchst gelegene Automobil- und Motorradausstellung der Welt „Erfolgsgeschichte des Automobils“ in die Sommersaison. Auch im Kleinen zu bewundern mit 300 Modelautos!

Vor 80 Jahren, am 3. August 1935, wurde die Großglockner Hochalpenstraße nach fünfjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Die mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnete Dauerausstellung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe „Erfolgsgeschichte des Automobils – Die höchst gelegene Fahrzeugausstellung der Welt“ zeigt einen Querschnitt der beliebtesten automobilen Klassiker sowie Motorräder, die sich in den letzten 80 Jahren – oftmals mit schnaufendem Motor – die Straße hinauf kämpften. Sei es der Steyr 100, mit dem Ing. Franz Wallack und Landeshauptmann Franz Rehrl 1934 die Erstüberquerung des Tauernmassivs bestritten oder das Kettenkrat, das für den Bau des Gamsgrubenweges verwendet wurde, beinahe jedes Fahrzeug in der Ausstellung steht in enger Verbindung zur Geschichte der Großglockner Hochalpenstraße und weiß sein „eigenes Abenteuer“ zu erzählen.

Schwerpunktthema 2015

Zusammenarbeit mit Ernst Piëch und seinem fahr(T)raum Museum Mattsee – „VW-Käfer, Professor Ferdinand Porsche und Großglockner Hochalpenstraße – das gehört zusammen wie Motor, Öl und Benzin!“ Zitat des bekannten deutschen Motor-Journalisten Roland Löwisch.

Großglockner Automobil- und Motorradrennen 1938: die ersten „KdF“-Wagen, die ersten Prototypen des Volkswagens, fuhren die Großglockner Hochalpenstraße hinauf, einer der Fahrer war Prof. Ferdinand Porsche. Er benötigte für die 12,5 km lange Rennstrecke 21:54,4 Min. mit einem Schnitt von 34,5 km/h. (Fotograf Arthur Fenzlau, Bildquelle Technisches Museum Wien, Motorsport in Österreich/Salzburgwiki)

Der VW Käfer (und sein Vorgänger der „KdF-Wagen“) ist seit Beginn an ein oft gesehener Gast auf der der Großglockner Hochalpenstraße. Der VW-Käfer war das erste Auto mit einem luftgekühlten System und somit optimal für Bergfahrten ausgerüstet. Der erste offizielle Auftritt des „KdF-Wagens“ fand beim 3. internationalen Glockner Bergrennen am 28. August 1938 statt, wo Ferdinand Porsche mit seinem blauen kugelförmigen kleinen Auto die Zuseher zum Staunen brachte. „Mein Großvater war sehr eng mit der Großglockner Hochalpenstraße verbunden. Er nutze die Straße als Teststrecke für seine Autokonstruktionen und nahm mich oft auf seine Ausfahrten mit. Die Zusammenarbeit mit der Automobilausstellung auf der Großglockner Hochalpenstraße zu ihrem 80jährigen Jubiläum ist mir daher ein großes persönliches Anliegen“, so Ernst Piëch, Gründer des fahr(T)raum Museums Mattsee.

Ein historischer Mexico-Käfer, ein Austro Daimler (Bj. 1918) und mediale Einblicke in das Schaffen von Ferdinand Porsche wurde vom fahr(T)raum Museum für die Automobilausstellung auf der Großglockner Hochalpenstraße zur Verfügung gestellt.

Mexico Käfer und Austro Daimler
Historischer Mexico-Käfer, Austro Daimler AD 35 PS Sport-Roadster Modell 1918
Leihgeber: fahr(T)raum Museum Mattsee
Ursprünglich entstammte die Konstruktion des Austro Daimler dem Jahre 1912, damals setzte Direktor Ferdinand Porsche auf eine Erweiterung des erfolgreichen 27 HP Alpenwagens. Nach 1918 wurde der Wagen noch einmal überarbeitet und bis etwa 1922 angeboten. Motorisiert mit 3561 cm³, 38 PS Spitzenleistung, 4-Ganggetriebe mit Außenschaltung, Höchstgeschwindigkeit ca. 95 km/h, besonders hervorzuheben ist der geräuscharme Nockenwellenantrieb, eine besondere technische Raffinesse, ermöglicht durch eine Drehstabfeder, die den Kraftschluss von der Kurbelwelle her abfederte!

Ein weiterer sympathischer Eroberer 

Anfang der 1990er Jahre eroberte ein kleiner ostdeutscher Star die Panoramastraße, denn als Ende der 1980er die Grenzen geöffnet wurden, ratterten unzählige Trabifahrer die Straße hoch. Dank der Tipps der Straßenarbeiter bewältigten sie die Strecke mit viel Wasser und bestimmte Kehren oftmals im Rückwärtsgang.

Weltsensation: Das Oldsmobile 6 C (Baujahr 1904) hat den Großglockner bezwungen: Franz Hofer, Rekordhalter, am Fuscher Törl vor der Gedenkstätte für die 15 während der Errichtung der Straße verunglückten Arbeiter (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Der älteste Eroberer des Großglockners war 109 Jahre alt und immer noch „höchst“ mobil

Der außergewöhnliche Versuch des 67-jährigen Oldtimer-Enthusiasten Franz Hofer aus Gunskirchen (Oberösterreich), mit seinem 109 Jahre alten Oldtimer die berühmteste Panoramastraße der Alpen, die Großglockner Hochalpenstraße, zu bezwingen, war am 31. Juli 2013 erfolgreich verlaufen.

Bei traumhaftem Wetter hatte das Oldsmobile 6C die Strecke von der Kassenstelle Ferleiten auf die Edelweißspitze in nur 59 Minuten bravourös gemeistert. Nach einer kurzen Rast folgte die Auffahrt zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe in 1 Stunde 57 Minuten. Die Wetterbedingungen waren gut, die Temperaturen lagen um 12 bis 15 Grad Celsius, die Windgeschwindigkeit betrug etwa 24 km/h und die Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 85 Prozent.

Das Oldsmobile 6 C (Baujahr 1904) hat den Großglockner bezwungen: auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe angekommen (v. l.): Christian Mangold, Hotel Schlosswirt Großkirchheim, Franz Hofer, Rekordhalter, GD Dr. Johannes Hörl, Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG, Mag. Günter Mussnig, Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten Tourismus GmbH (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Bereits in den 1980er Jahren wurde mit einem Oldsmobile des Typs Curved Dash Runabout Model R, Baujahr 1903, das damals noch im Besitz des englischen Sammlers Richard Seys war (heute im Besitz von Franz Hofer), ein Versuch auf der Großglockner Hochalpenstraße unternommen. Doch damals war bei Kehre 9 knapp unterhalb der 2000-Meter-Grenze Schluss. Trotzdem war es damals ein Höhenrekord für dieses Fahrzeug. Tage später erreichte Seys mit seinem Oldsmobile Curved Dash Runabout Model R die Gaisbergspitze ohne fremde Hilfe. Das waren immerhin schon 1 287 m ü. A.! Den Bericht über beide Bergfahrten schloss der damalige Autor und Motorfachjournalist Prof. Dr. Helmut Krackowizer († 2001) mit den Worten „…Vielleicht bezwingen wir nächstes Mal tatsächlich den Großglockner mit dem Curved Dash? Warum nicht? Es wird sich schon wieder einmal eine Gelegenheit bieten!

Am Mittwoch, den 31. Juli 2013 war es dann gelungen!

Die Dauerausstellung „Erfolgsgeschichte des Automobils“, Motorrad- und Modellautoausstellung

Sie befindet sich Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Besucherzentrum, erreichbar über die Großglockner Hochalpenstraße und dann über die Gletscherstraße

Saison 2015: Mai bis Oktober, 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet

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