Was geschah 1936 an der Großglockner Hochalpenstraße

Parkplatz Freiwandeck Pasterze Großglockner Hochalpenstraße

Parkplatz Freiwandeck zwischen 1936 und 1939, die Pasterze reichte bis auf etwa 100 Meter an den Parkplatz heran (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Der Parkplatz Freiwandeck entsteht

Nachdem 1932 die Südrampe der Großglockner Hochalpenstraße bis zur alten Kaiser-Franz-Josefs-Höhe für den Verkehr freigegeben wurde, entstand 1933 der Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe I. Doch dieser wurde schon bald zu klein. Die unerwartet hohe Besucherzahl bis zur eigentlichen Eröffnung der gesamten Großglockner Hochalpenstraße im Sommer 1935 sowie der Besucherstrom bis 20. Oktober – so lange war die Straße 1935 befahrbar – brachten hohe Mauteinnahmen.

So konnte die Großglockner Hochalpenstraßen AG im Sommer 1936 innerhalb einer Bauzeit von zwei Monaten die Verlängerung der Gletscherstraße bis zum Freiwandeck und die Errichtung des dortigen Parkplatzes Freiwandeck finanzieren. Dieser Parkplatz befand sich damals nur einhundert Meter über dem Pasterzen-Gletscher.

Die Freigabe dieses Parkplatzes für den Verkehr erfolgte am 1. August 1936.

Gamsgrubenweg Großglockner Hochalpenstraße Pasterze

„Promenadenweg zum Wasserfallwinkel“, heute Gamsgrubenweg, rechts im Bild, 1937 oder kurz danach, links der Großglockner und Bildmitte der Pasterzen-Gletscher, die Gletscher waren noch viel mächtiger als heute (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Der Gamsgrubenweg entsteht

Nach Fertigstellung des Parkplatzes begann man unverzüglich mit dem Bau des Promenadenwegs zum Wasserfallwinkel, dem heutigen Gamsgrubenweg. Dieser wurde vom Parkplatz aus (es gab noch kein Besucherzentrum und kein Parkhaus) bis zum Wasserfallwinkel-Gletscher gebaut.

Der zwei Meter breite Weg wurde durch zwei durch Fels geschlagene Stollen am Südwesthang der Freiwand geführt. Sein Ende befand sich damals beim Abfluss des Wasserfallwinkel-Gletschers. Das waren damals mächtige Moränenablagerungen und Gletschereis, die ein weiters Vordringen unmöglich machten.

Straßenausbau

Edelweißstraße Edelweißspitze Großglockner Hochalpenstraße

Die Edelweißstraße auf die Edelweißspitze vor 1945, noch einspurig und geschottert (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Im Frühsommer begann man mit dem zweibahnigen Ausbau der Edelweißstraße auf die Edelweißspitze. Und die Hälfte der Großglockner Hochalpenstraße konnte mit einem staubfreien Belag versehen werden.

Übrigens, 1936 war die Straße von 31. Mai bis 29. September, also 110 Tage befahrbar. In dieser Zeit besuchten bereits 146 427 Personen in 24 218 Pkw, 5 122 Autobussen und mit 5 290 Motorrädern die Straße.

Was sonst noch so geschah

Im Frühjahr musste der Schnee von der Straße  geräumt werden. 350 Schneeschaufler – von Hand! – konnten  die Straße in zehn Wochen einspurig schneefrei schaufeln. Dabei räumten sie 250 000 m³ Altschnee.

Private Unternehmen begannen mit der Errichtung von Gasthäusern. Es entstanden die heutige Edelweißhütte auf der Edelweißspitze, der Gasthof Fuscherlacke an der Fuscherlacke sowie Lokale am Hochtor und im Guttal.

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