Jänner 1964: die Großglockner Hochalpenstraße war offen

Wallack Hochtor Weihnachten

Hofrat Wallack als „Christkindl“ beim Hochtor am 24. Dezember – aber welchen Jahres? Für diese Aufnahme kommen nur die Jahre 1953, 1955 und 1957 in Frage (copyright Wallack – Archiv der Großglockner Hochalpenstraße)

Wenn im Herbst die ersten Schneefälle einsetzen, blicken die Verantwortlichen der Großglockner Hochalpenstraßen AG immer wieder zum Himmel: Wie lange werden wir wohl dieses Jahr die Straße offen halten können? 1963/64 bis Ende Jänner!

Die optimale Trassenführung war ein Anliegen von Wallack

Der Erbauer der Straße, Hofrat Franz Friedrich Wallack, kämpfte Jahrelang um die heutige Trassenführung im sogenannten Variantenstreit mit dem damaligen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl. Rehrl wollte eine Trasse, die kürze war und direkter zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe führte. Sie lag aber sehr lange im Schatten, so dass der Schnee erst im August geschmolzen wäre. Wallack hingegen hatte den Auftrag, eine Straße für den Fremdenverkehr zu bauen, die an möglichst vielen Tagen im Jahr befahrbar sein wird und möglichst viel von der prachtvollen, hochalpinen Landschaft zeigt. Er nahm Schneemessungen vor, zeichnete auf, ab wann auf seiner Trasse der Schnee geschmolzen war und anderes. Letztlich also wurde die Straße so gebaut, wie sie heute zu befahren ist. Und das machte sich bezahlt,  jedenfalls in den 1950er und 1960er Jahren.

1962 auf 1963: 282 Tage war die Straße offen

In den ersten Jahren der Straße musste sie im Frühjahr noch händisch vom Schnee befreit werden. Und trotz des Einsatzes von Petersfräsen ab 1938 konnte die Straße meist nicht vor Anfang Juni für den Verkehr freigegeben werden. Im Herbst war sie dann bis in Anfang November geöffnet. Ausnahmejahre waren 1944 mit nur 80 Öffnungstagen bis 25. September und das Kriegsende-Jahr 1945 mit 91 Öffnungstagen, ebenfalls bis 25. September.

Auf Regen folgt wieder Sonnenschein: am Gedenkzeichen Fuscher Törl mit der Edelweißspitze im Hintergrund am 7. Juli 2011

Auf Regen folgt wieder Sonnenschein: am Gedenkzeichen Fuscher Törl mit der Edelweißspitze im Hintergrund am 7. Juli 2011

In späteren Jahren  aber ließen die Witterungsverhältnisse manchmal lange Öffnungszeiten der Straße zu. 1953 war die Straße an 218 Tagen bis 28. Dezember offen. 1955 waren es 225 Tagen bis 8. Dezember. Erstmals bis ins nächste Jahr war dann die Straße von 4. Mai 1957 bis 6. Jänner 1958 an 240 Tagen befahrbar. Den Rekord jedoch stellte das Jahr 1963-64 auf: vom 21. April (!) 1963 bis 30. Jänner 1964 konnten man die Straße an 282 Tagen benutzen. Und bereits am 12. April sperrte man die Straße wieder auf, allerdings für eine kurze Saison, die nur bis 9. Oktober dauerte (181 Tage).

An 87 Öffnungstagen Schnee und Regen

Dann meldete sich der Winter wieder kräftiger zurück und die Öffnungszeiten pendelten sich zwischen Anfang Mai und Anfang November ein. Nur noch vier Mal hatte die Straße seither mehr als 200 Öffnungstage:

1968 – 209 Tage, 1969 – 202 Tage, 1976 – 207 und 2011 ebenfalls 207 Tage;

Noch eine allerletzte Zahl: Das Jahr mit den schlechtesten Wetterbedingungen war 1984. In diesem Jahr regnete und schneite es im Bereich des Fuscher Törls während 192 Öffnungstagen an 87 Tagen!

Eine Übersicht über alle Jahre mit Öffnungstagen gibt es im Salzburgwiki unter diesem Link.

Advertisements