Straßenfernsprecher entlang der Großglockner Hochalpenstraße

Ein historischer Straßenfernsprechapparat bei Kehre 10 der Großglockner Hochalpenstraße.

7. Februar 2021 | Die Straßenfernsprecher entlang der Großglockner Hochalpenstraße waren schon eine Einrichtung, die bereits der Erbauer der Straße, Hofrat Franz Wallack, sich ausgedacht hatte.

Entlang der Durchgangsstraße von Ferleiten über das Hochtor, Guttal nach Heiligenblut hatte Wallack eine gekabelte Straßentelefonanlage verlegen lassen. Auch von der „Mautkontrollstelle Guttal“ bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gab es vier dieser Telefone.

Jeweils am Ende der Errichtung eines Straßenabschnitts ließ er einen eigenen Kabelschacht neben der Trasse ausheben. Die Straßentelefone konnten bei Unfällen oder zur Verständigung des Straßenhilfsdiensts (Pannendienst) benutzt werden. Die Schlüssel für die Öffnung der Straßentelefone waren bei den Mautstellen in Dorf Fusch, Ferleiten und Heiligenblut gegen eine Leihgebühr und Einsatz erhältlich. 1935 betrug die Leihgebühr einen Schilling, der Einsatz fünf Schilling. Zum Vergleich: Die Mautgebühr 1935 betrug pro Person zehn Schilling für die gesamte Durchgangsstraße inkl. Fahrt auf der Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

In den Informationsbroschüren der damaligen Zeit fand sich auch noch der Hinweis, dass mit diesen Straßenfernsprechanlagen keine Auslandsgespräche geführt werden konnten. Die nächste Hilfsstelle meldete sich automatisch. Die Straßenfernsprechstellen waren ursprünglich durch gelbe Tafeln mit aufgedrucktem „F“ gekennzeichnet.

Historische Ansichtskarte aus dem Jahr 1938 von der Südrampe der Großglockner Hochalpenstraße in Kärnten. Hier der Parkplatz Rossbach mit einem Straßenfernsprecher. Im Hintergrund der Großglockner. Bildquelle: Digitalisierte Ansichtskartensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek.