„Aufgetischt am Grossglockner“, Ostermontag, 17. April 2017, um 18:05 Uhr auf ORF 2

Aufgetischt am Großglockner

„Aufgetischt am Großglockner“, die Menschen dahinter, stehend von links: Hannes Schernthaner (Bürgermeister der Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße), Angelika Doucha-Fasching (Redaktionsleiterin ORF), Bettina Kuhn (Produzentin Satel Film), Claus Muhr (Kamera), Mag.a Patricia Lutz (Marketingleiterin Großglockner Hochalpenstraßen AG) und kniend Mag. Christian Wörister (Geschäftsführer Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH) sowie Thomas Knoglinger (Buch und Regie) [Bildquelle Großglockner Hochalpenstraßen AG]

Salzburg | Kärnten | Großglockner | „Aufgetischt am Großglockner“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der SalzburgerLand Tourismus GmbH (SLTG), der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG), der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, des ORF und der SATEL Film. Er wird am Ostermontag, 17. April 2017, um 18:05 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt.

Geschichten von Mensch und Natur

Der Film erzählt im gedachten Ablauf eines Tages die Geschichten von einzigartigen Menschen, die an und mit dem mächtigsten Berg Österreichs, dem Großglockner, leben und mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Schaffen der Region ein Gesicht geben.

Wie Wetterwart Luggi Rasser (Sonnblick-Wetterwart und Mineraliensammler) der täglich aus über 3 000 Metern Höhe die Daten für die österreichische Wetterprognose liefert – und danach als „Stoasucher“ unter der Erde verschwindet. Wie Stefan Schwaiger (Sicherheitsbeauftragter der GROHAG), der als „Streckenchef“ der Großglockner Hochalpenstraße den Arbeitsplatz mit dem schönsten Panorama in Österreich hat. Und wie die erstklassigen Köche, die dieser Region ihre geschmackliche Identität geben. Allen voran Anita und Gregor Langreiter vom Restaurant gusto und Nima Sherpa vom Ammererhof in Rauris.

Vorpremiere

Am Donnerstagabend, 30. März 2017, wurde der ORF-Film „Aufgetischt am Großglockner“ erstmals im Multihaus in Fusch an der Großglocknerstraße vor mehr als 120 begeisterten Premieren-Gästen präsentiert.

Die ORF-Reihe „Aufgetischt“ wird jährlich zehn Mal an Feiertagen ausgestrahlt und erreicht dabei durchschnittlich über 320 000 Seher österreichweit. Das Hochglanz-Dokumentationsformat zeigt eine sensible Annäherung an Gegenden, ihre Bewohner und deren Leben – wie es nun auch mit „Aufgetischt am Großglockner“ gelungen ist.

Stimmen zum Film

Ein Film als Visitenkarte für die ganze Region

Dieser Film ist eine großartige Visitenkarte für die ganze Region und das Salzburger Land“, freute sich Leo Bauernberger, Geschäftsführer der SalzburgerLand Tourismus GmbH und ergänzte:. „Die intakte Natur- und Kulturlandschaft und die erstklassige, authentische Kulinarik – das sind zwei der wichtigsten Entscheidungsgründe, wenn es um Urlaub im SalzburgerLand geht.

‘Aufgetischt am Großglockner‘ vereint diese beiden alpinen Glanzlichter und präsentiert die Vorzüge der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern mit dem symbolkräftigen Großglockner einer großen, kulinarikaffinen Seherschaft in außergewöhnlicher Qualität“, schloss sich Christian Wörister, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, an.

Und auch Patricia Lutz, Marketingleiterin der Großglockner Hochalpenstraßen AG, war nach der Premiere begeistert: „Dieser Film schafft es, neben den wunderschönen Naturaufnahmen vor allem die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Menschen, die für ihre Leidenschaften brennen und damit den Großglockner auf ihre ganz persönliche Art und Weise prägen. Dafür gebührt dem Filmteam ein besonderer Dank.

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Unglücke während des Baus der Straße

Großglockner Hochalpenstraße

Gedenkzeichen beim Fuscher Törl

Gedenkzeichen beim Fuscher TörlLeider geschahen während der fünfjährigen Bauzeit Unglücke, die auch Menschenleben forderten. Als Erinnerung an diese Menschen wurde dann das Gedenkzeichen beim Fuscher Törl erbaut. Nachstehend werde ich von diesen Ereignissen berichten und beginne mit dem ersten Toten im Jahr 1930.

1930: Der erste Tote der Bauarbeiten

Während man im Tal am 6. August 1930 mit den Bauarbeiten begonnen hatte, waren im Gebiet zwischen Fuscher Törl und Hochtor noch bis in den Spätherbst Vermessungstrupps unterwegs, um den exakten Verlauf der Straße Meter für Meter anhand von Untergrund und Gestein festzulegen. Dabei gab es leider den ersten Toten. Eine Abteilung, die photogrammetrische Aufnahmen durchführte, wurden mehrere Tage durch anhaltenden Schneefall in ihren Zelten festgehalten. Am 25. Oktober kämpfte sich die Gruppe durch tiefen Schnee ins Tal hinunter und ließen die komplette Ausrüstung am Berg zurück.

Eine Träger-Kolonne startete tags darauf wieder auf den Berg, um die Ausrüstung zu bergen. Kaum war sie im Lager angekommen, brach erneut ein Schneesturm los. Obwohl es schon 17 Uhr war und es bald zu dunkeln begann, brachen die Leute wieder Richtung Tal auf. Mit viel Kraft und Mühe fanden sie zum Fuscher Törl, wo sie den verhängnisvollen Fehler begingen, sich in zwei Gruppen zu teilen. Ein Mann erlitt kurz nach der Trennung einen Herzschlag und starb, wie sich später herausstellte, war er herzkrank gewesen. Seine drei Begleiter bemühten sich, ihn talwärts zu tragen, mussten ihn aber dann erschöpft am Berg zurücklassen. Im Übergang vom Oberen zum Unteren Naßfeld konnten auch sie im Schneesturm nicht mehr weiter.

Von der anderen Gruppe alarmiert, brach noch in der Nacht um 1 Uhr ein Rettungstrupp mit Sturmlaternen auf, um diese drei Männer in Sicherheit zu bringen.

1931: Es brennt!

Mitten in der Nacht vom 25. auf 26. November 1931 läuteten die Glocken in Heiligenblut Feueralarm. In Richtung des Baulagers am Palik sah man einen riesigen Feuerschein.  Bis die Hilfsmannschaften am Brandherd eintrafen, war eine Unterkunftsbaracke, in der das Feuer durch Überheizung des Ofens ausgebrochen war, bereits abgebrannt. Das Feuer hatte mittlerweile auf eine Magazinbaracke übergegriffen, doch mangels Löschwasser brannte auch diese nieder.

Eine Lawine im Juni 1962 zwischen Glocknerhaus und Guttal: Lawinen im Hochgebirge können jederzeit abgehen

1935: Es gab die meisten Todesopfer

Die Straße stand kurz vor ihrer Vollendung. Als die Arbeiten bereits am 1. April 1935 beim Hochtor-Tunnel wieder aufgenommen werden konnten, musste zunächst die Dieselanlage samt Transformatorenstation unterhalb des Hochtors erneuert werden. Im Winter hatte eine Lawine das Gebäude zerstört, in dem sich beide Anlagen befanden. Dabei fand ein Mann den Tod. Denn trotz hochalpinen Winter waren stets ein paar Personen in den Lagern anwesend gewesen.

Und noch einmal schlug der Weiße Tod im Hochgebirge grausam zu. Völlig unerwartet überraschte am 25. Mai auf der Südrampe eine Lawine eine dort tätige Arbeiterkolonne. Sie war mit der Freilegung der Straße zwischen dem Guttal und dem Glocknerhaus vom Winterschnee beschäftigt gewesen. Beim Fensterbach (~ 2 100 m ü. A.) hatte sich vom Südhang des Wasserradkopfes (3 032 m ü. A.) eine mächtige Lawine gelöst, die fünf Arbeiter unter sich begrub.  Der Schnee der Grundlawine war so schwer, dass die Leichen erst einige Tage später geborgen werden konnten. Am Heiligenbluter Friedhof fand eine tief erschütternde Trauerstunde beim Begräbnis dieser fünf Männer statt.

Räumung der Lawine im Juni 1962 auf der Gletscherstraße

Beim Bau der Großglockner Hochalpenstraße gaben ihr Leben

Johann Zingele † 25.10.1930
Matthias Neureiter † 7.5.1931
Christian Oberpaarleitner † 14.5.1931
Ing. Ernst Rott † 27.2.1932
Franz Moser † 9.9.1934
Nikolaus Asslaber † 25.5.1935
Nikolaus Wallner † 25.5.1935
Anton Ruppitsch † 25.5.1935
Anton Mair † 25.5.1935
Dominik Asslaber † 25.5.1935
Jakob Kröll † 23.6.1935
Josef Haselgruber † 7.7.1935
Peter Bernsteiner † 9.6.1953
Walter Luckner † 4.11.1956
Bruno Maschessnig † 17.10.1968
Stefan Granig † 27.9.1971
Alois Moser † 27.11.1973
Johann Seibald † 12.4.1974
Peter Rupitsch † 31.3.1977
Josef Larcher † 28.10.1935
Georg Pichler † 23.2.1991

Franz Rehrl

Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl Großglockner Hochalpenstraße

Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl, am 23. September 1934 bei der Eröffnung der Straße bis zum Fuscher Törl, links im Hintergrund die Edelweißstraße zur Edelweißspitze, Rehrl steht am Parkplatz beim Dr.-Franz-Rehrl-Haus; Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG

Dr. Franz Rehrl (* 4. Dezember 1890 in Salzburg; † 23. Jänner 1947 ebenda) war Jurist und Politiker sowie von 1922 bis 1938 Landeshauptmann von Salzburg.  Er war in besonderer Weise mit dem Bau der Großglockner Hochalpenstraße verbunden. Davon möchte ich hier berichten.

Großglockner Hochalpenstraße und Tauernkraftwerke
Rehrl hatte erkannt, dass in der damaligen Wirtschaftsrezession die Ankurbelung des Fremdenverkehrs ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor wäre. Aus diesem Grund unterstützte er schon 1922 die ersten Salzburger Festspiele. Er gilt als Initiator der Errichtung der (damals noch mautpflichtigen) Gaisbergstraße am Rande der Stadt Salzburg sowie des Baus des Tauernkraftwerkes, des Fuscher Bärenwerkes und eben der Großglockner Hochalpenstraße. Seinen Intentionen kann man auch entnehmen, dass er ursprünglich Kärnten auch gar nicht an dieser Panoramastraße partizipieren hätte lassen wollen. Weiterlesen

Franz Friedrich Wallack

Josefine und Franz Wallack bei der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße am 3. August 1935

Josefine und Franz Wallack bei der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße am 3. August 1935 (Bildquelle: Großglockner Hochalpenstraßen AG)

Hofrat Dipl.-Ing. Franz Friedrich Wallack (* 24. August 1887 in Wien; † 31. Oktober 1966 in Sankt Johann im Pongau), war Hoch- und Tiefbauingenieur und Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße sowie der Gerlos Alpenstraße. Er war einer der beiden zentralen Figuren, die an der Entstehung dieser einzigartigen Alpenpanoramastraße beteiligten waren. Die zweite war der damalige Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl.

Im Laufe des Jahres 2015 werde ich noch einzelne wichtige Abschnitte hier hinzufügen. Manche Ereignisse verdienen einen eigene Artikel.

Franz Wallack: die ersten 30 Jahre

Franz Wallack, der von einer Familie aus dem deutschen Sachsen abstammte, wuchs in Wien auf. Er absolvierte die Realschule und ging 1906 als Freiwilliger ein Jahr zur k.k. Festungsartillerie in Wien. 1912 schloss er sein Studium als Diplomingenieur ab und konnte ab August 1913 als Aushilfsingenieur beim Kärntner Landesbauamt anfangen, wo er zur Gailflussregierung in Hermagor eingeteilt wurde. Im Ersten Weltkrieg musste er zunächst in Serbien kämpfen, erlebte alle zwölf Isonzo-Schlachten im östlichen Friaul, Italien und war zu Kriegsende als Oberleutnant bei Trient (Trentino) im Einsatz.

Zurück nach Kriegsende meldete er sich freiwillig zum Kärntner Abwehrkampf, in dem er eine Gebirgsjägerbatterie gegen jugoslawische Einheiten befehligte. Schließlich trat er dann aber wieder im Kärntner Landesbauamt seinen Dienst an. Kleinere Kraftwerksbauten, Flussregulierungen, Seilbahnprojekte und Straßenbauten zählten zu seinem Aufgabengebiet. 1924 erhielt er die Berechtigung eines behördlich autorisierten Zivilingenieurs für das Bauwesen und eines Zivilgeometers. Weiterlesen